27September2020

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Mit unseren Jahresberichten geben wir seit 2000 jährlich einen Überblick über die Fortschritte unserer Projekte. Neben zusammenfassenden Berichten zum aktuellen Projekt umfasst diese Rubrik auch bereits abgeschlossene Projekte. Dadurch wird der Werdegang der „Aktiven Direkt Hilfe“ in Afrika nachgezeichnet. Zu unserem aktuellen Projekt veröffentlichen wir zusätzlich regelmäßig die neusten Entwicklungen im Detail.

Jahresberichte
Aug 2020

Zwischenbericht 2020

Lockdown in unserer Mabala Schule

Seit März dieses Jahres sind alle Schulen und Universitäten in der DR Kongo wegen der COVID-19-Pandemie geschlossen. Wie auch für den Rest der Welt war dies ein Novum für den Kongo und seine für so einen Notfall völlig unvorbereitete Bevölkerung.

Es besteht ein großer Unterschied zwischen den ländlichen Gebieten des Kongo und der entwickelten Welt. Ohne Internetverbindung konnten die Lehrer und Schüler in Mabala ihren Unterricht nicht fortsetzen, wie es vielen Schulen in anderen Ländern möglich war.

Eine weitere Herausforderung für unsere Schulprojekte im Kongo besteht darin, dass der Bau einer Schule nur den ersten Schritt darstellt. Der nächste Schritt ist die Frage, wie kann man die Schule dazu bringen, sich selbst zu tragen und zu erhalten. Wenn man eine Schule baut, bedeutet das in den meisten Ländern der Welt, dass sie ordnungsgemäß funktionieren wird, da die Lehrer entweder wie in staatlichen Schulen vom Staat oder im Falle einer Privatschule von den Eltern bezahlt werden. Wenn man dagegen eine Schule im Kongo baut und sie vom Bildungsministerium registrieren lässt, wie in unserem Fall, bedeutet das nicht automatisch eine Bezahlung der Lehrer durch den Staat.

Seit Anfang 2020 bietet die neue Regierung im Kongo offiziell mehr kostenlose Bildung für Grundschulen an. Wenn man hingegen eine neue weiterführende Schule eröffnet, wie unsere in Mabala, bedeutet dies, zunächst müssen die Eltern Schulgeld bezahlen. Wenn man kostenlose Bildung anbieten will, wie wir es anstreben, dann muss man einen anderen Weg finden, die Lehrer zu finanzieren. Unsere Schule in Mabala ist eine absolute Ausnahme unter den weiterführenden Schulen in diesem Land, die ihren Schülern kostenlose Bildung bietet.

Zuerst bezahlte unsere Partnerorganisation BBK die Lehrer, war dann aber dazu nicht mehr in der Lage. Seit April 2019 hat ADH diese Rechnung übernommen, was einen enormen Druck für uns bedeutet. Wir hoffen, die Regierung wird bald ihre eigenen Lehrer bezahlen, da es sich schließlich um eine staatliche Schule handelt.

Um die Gehälter der Lehrer aufzubessern, starteten wir ein Landwirtschaftsprojekt rund um die Schulgebäude, das bisher besser funktioniert als die früheren derartigen Programme, wie in Mushapo. Dank unserem Schulleiter, dem ausgezeichnetem Agronom Philemon, kommt das Landwirtschaftsprojekt gut voran. Er initiierte auch eine kleine Hühner- und Kaninchenzucht, die inzwischen 43 Hühner und 4 Kaninchen zählt.

PIREDD, Teil des Projekts „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Rodung), ein von der UNO unterstütztes Programm, erkannte das Potenzial unseres 40 Hektar großen Grundstücks und gab unserer Schule 1.100 Palmnüsse, die zu Setzlingen heranwachsen und auf 7 Hektar unseres Feldes gepflanzt werden sollen. Unsere Lehrer und Schüler müssen sich um diese Palmölplantage, die Pflanzung, Bewässerung usw. kümmern. Agronom und Schuldirektor Philemon richtete mit seinen Helfern eine kleine Anlage für den Anbau der Setzlinge ein. Der Erlös aus dem Verkauf der Produkte gehört der Schule und soll dazu beitragen, sie in Zukunft zu unterstützen.

Madlen setzt ihre aufopferungsvolle Arbeit mit etwa hundert Babys und kleinen Kindern im Kimbondo-Waisenhaus am Rande von Kinshasa fort. Sie kümmert sich nicht nur um deren körperliche Betreuung, sondern bemüht sich auch um bessere schulische Ausbildung für sie. Seit 2011 lebt sie im Waisenhaus, ohne bezahlt zu werden, weshalb wir ihre uneigennützige Arbeit gerne unterstützen, damit sie sich besser um die Kinder kümmern kann. Erst kürzlich pflegte sie ein unterernährtes, vor dem Haupttor des Waisenhauses ausgesetztes Baby, bis es bei guter Gesundheit war.

Einer unserer Freunde, Jakisa aus Bunia, im Osten des Kongo, berichtete über neue Gräueltaten. Er schrieb, wieder seien Tausende von Menschen dort massakriert worden und niemandem ist es erlaubt, zu fotografieren oder über die Opfer zu berichten. Er schickte uns einige Fotos, die zeigen, wie die Tragödie in diesem Land weitergeht – verschwiegen und unbemerkt vom Rest der Welt.

Das bringt mich zum Thema meines Buches, das ich geschrieben habe, um diesem Land noch mehr zu helfen. Darin beschreibe ich, was wirklich im Kongo vor sich geht, und spreche auch viele andere interessante aktuelle Themen an. Nahe dem Ziel, das Manuskript auf Englisch und Deutsch fertigzuschreiben, suche ich derzeit nach dem besten Weg, es zu veröffentlichen. Wenn Ihr mehr über den Inhalt des Buches wissen möchtet, könnt Ihr euch zwei Reden ansehen, die ich auf der Grundlage dieses Buches gehalten habe: Eine Videoaufnahme des TED Talks in Englisch (deutsche Übersetzung hier) und eine Videoaufnahme des Vortrags im Brumlovka Business Center in Prag (deutsche Übersetzung hier).

Es bedarf umfangreicher Kommunikation mit unserem Team im Kongo, um das Projekt am Laufen zu halten und trotz aller Herausforderungen Fortschritte zu erzielen. Wir sind sehr dankbar für Eure treue Unterstützung, ohne die dies alles nicht möglich wäre. Im Namen unseres Schuldirektors Philemon, der 276 Schülerinnen und Schüler, 15 Lehrer und 2 Wächter danken wir Euch recht herzlich!

Wir wünschen Euch eine schöne Sommerzeit mit guter Gesundheit,

Wolfgang, Lenka und Team

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